Sonntag, 27. August 2017

Frage 13: Lebensziele erreicht?

Wir alle durchleben unterschiedliche Lebensphasen und damit einher gehen unterschiedliche Wünsche und Ziele.
Als kleines Kind wünschen wir uns vielleicht eine Barbie oder Carrera-Bahn. Unser Ziel: Größer und älter werden.
Im Teenageralter ändern sich die Wünsche zum ersten Mal drastisch. Vor allen Dingen wünschen wir uns eins: Endlich erwachsen zu werden und uns von der Familie zu lösen.
Die Frage, welche schulische und später berufliche Richtung wir einschlagen wollen, steht an. Welche Ziele wollen wir erreichen? Karriere machen? Welt umsegeln? Probleme sind vorprogrammiert, wenn unsere Wünsche und Lebensziele nicht mit denen übereinstimmen, die unsere Eltern für uns haben.
Später wünschen wir uns vielleicht einen Partner an unserer Seite, ein klassisches Familienleben, ein eigenes Haus. Wünsche und Ziele können vielfältig sein.
Dann kommt die Zeit, wo wir schauen, welche gesetzten Ziele wir erreicht haben. Vielleicht schlagen wir an einem Ort Wurzeln oder uns zieht es in die Welt hinaus.
Foto: Pixelio.de/S. Hofschlaeger

In der Lebensmitte wird es manchmal schwierig. Zum einen vielleicht wegen der Erkenntnis, dass wir doch nicht das Ziel erreicht haben, das wir für uns gewünscht hatten und wir erkennen, dass unsere Träume zerplatzt sind. Wir müssen mit den Konsequenzen unserer früheren Entscheidungen leben. Vielleicht gestaltet sich das Familienleben doch nicht so, wie wir es uns gewünscht haben. Dann gilt es, das anzunehmen, was man erreicht hat.
Mein Empfinden ist, dass es in jüngeren Jahren einfacher ist, sich Ziele zu setzen. Sicher bedingt dadurch, dass das Leben noch vor einem liegt, endlos scheint. Wenn das letzte Viertel (oder Drittel) des Lebensweges vor uns liegt, verändern sich Wünsche und Ziele schon allein dadurch, dass wir erkennen, dass das Leben endlich ist und der Körper sich verändert.
Allgemein wünschen wir uns Gesundheit für uns und unsere Familien, genügend Geld usw. usw. Doch wie sieht das mit den ganz konkreten, persönlichen Zielsetzungen aus?

Gab es in deinem Leben Ziele, 
die du nicht – oder noch nicht – erreicht hast? 
Bedauerst du das oder kannst du annehmen, 
dass sich dein Leben anders entwickelt hat, 
als du es dir gewünscht hast?


Gibt es ein – oder mehrere – Ziel(e), 
die du unbedingt noch erreichen möchtest?


Sadie: Ein sehr interessantes Thema, das du hier aufgreifst.
Ich bin überzeugt, dass sich jeder, der in der Blüte seines Lebens steht, darüber Gedanken macht, wie sein Leben verlaufen ist, welches Ziel wir als junge Menschen hatten, was wir erreicht haben. Ziele sind immer angestrebte Zustände und das finde ich besonders wichtig. Es ist unerlässlich Ziele zu haben, egal ob das im Beruf oder bei der Familienplanung ist – ansonsten wäre das Leben „Stillstand“ den möchte ich nicht.
Mein persönliches Ziel habe ich erreicht, wir sind eine glückliche Familie, die in allen Lebenslagen zusammenhält, die sich vertraut, die immer für den anderen einsteht und das ist das Wichtigste für mich. Selbstverständlich denkt man manchmal darüber nach, dass nicht alles so verlaufen ist, wie geplant, vielleicht hätte ich doch Lehrer werden sollen? Oder habe ich mir nicht immer ein größeres Haus gewünscht?
Trotz des Ziels, dass man sicher vor Augen hat, muss man sein Leben annehmen und das Beste daraus machen.
Es wäre auch mein größter Wunsch, dass alle gesund bleiben, dass es keinen Krieg und keinen Terror gibt, jeder friedlich nebeneinander leben kann, mein Ziel ist es das Beste zu versuchen.

Martina: Diese - ich sage mal - 'klassischen' Lebensziele hatte und habe ich genau so, wie du auch. Eine tolle Familie, Kinder und Enkel zu haben, war mein größter Wunsch. Dass es nicht selbstverständlich ist, dieses Ziel zu erreichen, wurde mir erst später bewusst, als ich erkannte, dass es schon ein großes Glück ist, ein Kind zu haben. Vielen wird dieser Wunsch verwehrt und schon entwickelt sich das Leben völlig anders.
Angel: gibts ein Ziel das noch vor einem steht undn das man erreichen möchte wenn man im letzten Driottel des Lebens erreicht hat und von da aus -guckt? Gute Frage liebe Martina...
ständig auf der Flucht vor der Vergangenheit zu sein hilft uns bei dem gedanken nicht weiter wenn wir dies als Ziel der Erfüllung wünschen, akzeptieren was war und nach vorne schauen - das fällt zwar vielen schwer weil dazu gehört sich ändern zu wollen, vergangenes hinter uns zu lassen und es trotzalledem zu respektieren und nicht zu verneinen.
Ob die Wünmsche für die Zukunft nun groß oder klein, teuer oder preiswert sind - ich denke die gesundheit und das schmerzlose Leben ohne noch größere Probleme die das Leben uns aufgibt - zu leben ist wohl das was sich die meisten Menschen wünschen würden.
Wir haben die Angst vor den großen Kriegen, (berecntigt)die Angst vor dem Verlust eines Menschen, der Gesundheit, der eigenen (vielleicht wirtschaftlichen) Exsistenz - eine Sicherheit dass sich noch einmal ein großer Wunsch erfüllt gibt es wahrscheinlich nicht. Wenn er eminent wichtig für einen selbst ist, versucht man ihn zu verwirklichen...
wieder mal ein tolles Thema das du zum nachdenken eingestellt hast. Bin sehr gespannt ob und welche Antworten es darauf gibt..
Martina: Ich bin auch immer sehr gespannt auf die Antworten und stelle fest, wie viel Übereinstimmung es oft gibt. Ich glaube, im letzten Drittel unseres Lebens ist es sehr wichtig, dass anzunehmen, was war und vielleicht auch, zu erkennen, warum wir einige Ziele nicht erreicht haben. Dies sollten wir tun, ohne damit zu hadern.
Monika: Du entdeckst viele Lebensthemen und sammelst sie wunderbar in deinem Blog mit deinen besonderen eigenen Worten. Ich lese es gerne.....
Heute auch ein paar Zeilen von mir.-
Es ist ein Geschenk große Lebensziele erreichen zu dürfen,
dass ist dem Menschen gar nicht immer bewusst!
Große Lebensziele sind nicht immer in ihrer Gänze erreichbar und das kann oft auch Schmerz bedeuten, je nach dem wie sie angelegt waren, angelegt sind und wie wichtig sie einem erscheinen im Leben....
Es ist gut und motivierend Ziele zu haben,
egal in welchem Alter und in welcher Situation...
Ziele werden erreichbarer, so meine Erfahrung, wenn man sie nicht immer nur als große Lebensziele steckt, es gibt so viel dazwischen.- 
Ziele, die in der Summe ein Leben bereichern und zum Großen werden können.
Ziele die auch im Schicksal des einzelnen Lebens erreichbar sind, 
erreichbar bleiben, in jedem einzelnen Lebens, 
die dann auch zum aktuellen Leben, zur individuellen Lebenssituation passen.
Vielleicht ist das das Wort Ziel manchmal auch ein viel zu großes Wort, oft ist es ja schon ein Wunder den nächsten Schritt gehen zu können.-
Es braucht immer wieder Verarbeitung und Neuausrichtung im Leben!
Kleine Ziele erreichen zu können, zu dürfen ist ein großes Glück
und auch das ist ein Geschenk und nicht selbstverständlich...
Wir können alles dafür tun,
aber es liegt nicht wirklich in unserer Hand....
In diesem Sinne schicke ich dir liebe Grüße
in der Hoffnung, dass wir unsere kleinen Ziele erreichen dürfen.
Martina: Immer kleine Ziele anzusteuern - aber dabei das 'große' Lebensziel nicht aus den Augen zu verlieren, dass sind gute Gedanken. Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt - egal, wie lang oder kurz der Weg wird, der vor uns liegt.
Klärchen: 
Ziele können ja so vielfältig sein!
Ohne Ziel um herzuirren
kann doch sehr verwirren.
In jungen Jahren hast du große Ziele
davon sicher auch ganz viele.
Sich Ziele setzten und vernetzen
ist sicher auch ein Ziel.
Doch im Laufe des Lebens
ist mancher Schritt vergebens.
Hat man seine Fähigkeiten nicht genutzt,
ist andere Wege gegangen
Ist im Alltag gefangen kommt der Frust
und die Lust auf neues und
erreichbare Ziele ins Auge fassen.
Auch im letzten Drittel des Lebens
kann man Ziele setzen,
geht sie in kleinerer Schritten.
Jeder kleine Schritt führt auch zum Ziel ,
Gesundheit bedeutet viel.
Ohne träumen ,ohne Ziele
ist der Mensch arm
ohne Fantasie
erkennt er das wahre Leben nie.
Wir sind dem Wandel der Zeiten unterworfen
daran können wir nichts ändern.
Wir sind dem Wandel des Lebens unterworfen,
daran können wir etwas ändern.
Sich Ziele setzen in kleinen Schritten
und das Glück aufheben und im Herzen tragen.
© Klärchen
Da gäbe es noch viel zu sagen!
Martina: Hattest du dir diese Gedanken in Gedichtform schon vorher einmal gemacht oder mal eben so 'aus dem Ärmel geschüttelt'? - Klasse und Danke dafür! - Martina
Klärchen: 
Manchmal ich gut reimen kann,
es kommt auf das Thema an. 
Bis auf die letzten 6 Zeilen habe ich spontan geschrieben.
Für ein Gedicht taugt es nicht!
Das zu Deiner Frage :)) 
Martina: Ich finde, es hat durchaus Potential, eines zu werden! :-)
Manu: Ich hab' mir noch nie Gedanken über meine Lebensziele gemacht. Da waren wünsche, wie Kinder und Familie und die sind eingetreten. Aber ich habe noch nie ernsthaft darüber nachgedacht. Ich glaube das kommt mit dem 50ten Geburtstag. *g* Da war das eine ganz wichtige Frage bei den beiden Kolleginnen und auch bei Bekannten stelle ich immer wieder fest, wie man mit 50 über sein Leben nachdenkt. Vielleicht sind dann die Kinder groß, alles läuft in gleichmäsigen Bahnen und man hat dafür Zeit? Ich hab' es noch nicht gemacht, ich hab' das Gefühl ich bin noch mitten im Erreichen!
Martina: Zuerst hab ich über deine Antwort geschmunzelt - dann darüber nachgedacht - und dann festgestellt: Du hast absolut recht. Ich habe mir in jüngeren Jahren auch keine Gedanken über Lebensziele gemacht. Es hat sich alles so ergeben, wie ich es mir gewünscht habe. - Eine Erscheinung des Alters, darüber nachzudenken? Wahrscheinlich! - Man hinterfragt viel mehr. Das kann ich absolut bestätigen!
Tanja F: Nach einer schweren Krankheit vor ein paar Jahren, würde ich sagen, dass bei mir weniger Lebensziele als Lebensthemen eine Rolle spielen. Wenn ich ein Ziel formulieren würde, würde ich vielleicht sagen: Ich möchte immer einen Funken Dankbarkeit in mir haben, den ich entzünden kann, wenn es mir mal schlecht geht. Denn das Leben hier in Deutschland ist nicht perfekt, gibt aber den allermeisten Menschen eine Grundlage, auf der sie gut leben können. Ich möchte an meinem Lebensende sagen können: Danke, dass ich leben durfte, danke Gott, Du hast mir soviel geschenkt und es hat alles (auch das Schwierige) zu meinem Leben dazugehört und gepasst.
Martina: Schöne Gedanken, liebe Tanja! Ist es nicht eigenartig, dass es gerade diese schwierigen Zeiten sind, die uns prägen und auch Dankbarkeit verspüren lassen?! Aber nur so lernen wir das Gute und Gesundheit zu schätzen, wenn wir das Gegenteil erfahren durften. - Ich glaube, es macht Sinn, hin und wieder eine 'Standortbestimmung' zu machen und dazu gehört in jedem Fall auch, dankbar für alles zu sein, was uns geschenkt wurde und wird.
Traude: Ich glaube, es bringt nichts, Lebenszielen krampfhaft nachzurennen. Vermutlich habe ich deshalb keinen in Stein gemeißelten Lebensplan gemacht bzw. kann halbwegs damit umgehen, wenn manches dann doch nicht so klappt wie erhofft. Zwischendurch-Pläne und Hoffnungen gibt es nämlich natürlich DOCH. Zuweilen bleibe ich trotz Misserfolgen dran, weil es um Herzblutgeschichten geht, zuweilen verliere ich einen Plan wieder aus den Augen, weil die Sache dann doch nicht so wichtig war. Ich war mir bis 30 nicht sicher, ob ich jemals heiraten oder Kinder bekommen wollen würde, habe das offen gelassen und ließ mich überraschen. Meine Tochter bekam ich dann mit 31 und geheiratet hab ich mit 44. Reisen und so die Welt kennenlernen wollte ich immer schon - da tut sich einiges, wie du weißt. Ob sich die GANZE Welt in diesem Leben ausgehen wird, ist aber noch unklar ;-) Von der Stadt aufs Land wollte ich gern, dieser Sprung gelang mit 40. Den unkreativen Job gegen einen kreativen tauschen wollte ich gern, das ist mir nicht gelungen, aber es ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Ich bin ja erst … naja, fast 56, und kann hoffentlich noch viele Jahre lang kreativ arbeiten - falls nicht jetzt, dann eben erst wenn ich mal in Rente bin. Eine Alters-WG möchte ich gerne gründen, mit Menschen die ich mag und mit einem Helfer-Paar, das sich um die zunehmenden Bedürfnisse kümmert. Ist ein Plan für die nächsten zehn, maximal 15 Jahre - wenn wir’s bis dahin nicht durchgezogen haben, wird das wohl nichts mehr. Vielleicht wandern wir aber auch noch in ein anderes Land aus, sofern wir eines finden, in dem wir leben wollen würden. Die Welt würde ich natürlich auch noch gerne retten, aber das geht nur in kleinen Schritten und nur mit euch allen gemeinsam - und du weißt ja, ich arbeite dran ;-))
Martina (mit einem breiten Grinsen): Wenn man so kreativ ist wie du und so viele Pläne hat, braucht man auch kein Lebens-Ziel, sondern nur einen Lebens-Plan, wie man DAS ALLES unter einen Hut bringt - lach! --- In deinem Leben war nie Langeweile und sie wird niemals kommen. Das prophezeie ich dir und freue mich mit dir und für dich, wenn vieles von dem umsetzbar ist, was so an Plänen in deinem Kopf ist.
Erica Sta: Wieder ein Lebensthema, das wohl jeden einmal beschäftigt, liebe Martina - kein Zweifel.
Nach meinem Dafürhalten ist's eine Gratwanderung: Sich berufliche, private Ziele zu setzen jedoch ein Maß im Auge zu behalten. Was nicht gleichlautend bedeuten soll, sich in seinen Vorstellungen oder Träumen einzuschränken. 
Und ich bin weiterhin der Meinung, der festen Überzeugung sogar, dass auch im fortgeschrittenen Alter Ziele eminent wichtig sind für uns alle. Wir, mein Mann und ich beschreiten aktuell die Umsetzung eines Ziels, eine Etappe ist dabei erreicht...
...rückblickend kann ich trotz schwieriger Lebenslagen sagen, dass ich viel erreicht habe, erfolgreich war, wenn man es unter diesem Aspekt sehen mag.
Martina: Es ist sogar immens wichtig, gerade mit zunehmendem Alter, noch Ziele zu verfolgen. - Ich habe nur den Eindruck, es ist schwieriger, sie zu formulieren. - Ich freue mich für euch, wenn ihr ein Ziel verfolgt. Was wohl sehr wichtig ist, dass man sich im Alter nicht aufgibt, sich mit Dingen umgibt, die Freude bereiten und ja, wenn es Ziele gibt, sie anzusteuern.

Mittwoch, 23. August 2017

Vaterunser

Dieses Gebet, das Jesus selbst uns hinterlassen hat, wird so häufig gesprochen, wie wohl kaum ein anderes. - Doch mal ehrlich: Stehen wir wirklich hinter dem, was wir da beten?
Kürzlich kam mir diese Stelle des Gebetes in den Sinn:

Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Wir bitten also einerseits darum, Gott möge uns die Dinge verzeihen, die wir anderen zugefügt haben und andererseits sagen wir zu, den Personen zu vergehen, die etwas an UNS verschuldet haben.

Und da frage ich mich doch:
Lassen wir diesem Satz tatsächlich Taten folgen?

Und wie der Zufall es wollte, las ich kurze später etwas, dass in diese Richtung geht. Dort stand sinngemäß: Hofft nicht auf eure Genesung, solange es noch Menschen gibt, denen ihr nicht verziehen habt.
Darüber habe ich in letzter Zeit viel nachgedacht. Klar, solange wir mit anderen hadern, haben wir ihnen nicht vergeben. Ich bin dann mal in mich gegangen und habe geforscht, was da in dieser Beziehung noch so an 'unerledigten Dingen' in mir ist. - Es kamen mir 'uralte' Dinge in den Sinn, über die ich schmunzeln musste. Wie, dachte ich, ihr seid noch da? Dann mal schnell weg mit euch, denn irgendwann muss es einfach mal 'gut' sein. Ich glaube wirklich, dass wir uns mit verbitterten Gedanken und Gefühlen - und seien sie auch noch so klein - nur selber schaden. 
Deshalb:
Ab und zu 'ausmisten'!
Auch IN uns selbst!


Sonntag, 20. August 2017

Frage 12: Gibt es Engel?

Engeln bilderEs gab Zeiten, da sah man sie nur zur Weihnachtszeit, doch in den letzten Jahren hat die Industrie die Engel für sich entdeckt. 
Keine Tasse, kein T-Shirt, auf dem sie sich nicht tummeln. – Schutzengel in jeglicher Form. Sehr beliebt als Kettchen- oder Armbandanhänger.


Ist das nur ein Trend, eine Mode-Erscheinung, oder haben die Menschen die Engel tatsächlich für sich und als ihre Begleiter ‚entdeckt’?

Wenn es sie tatsächlich gibt:

Welche Aufgabe haben sie?
Uns zu beschützen vor Unheil?
Uns zu begleiten und auf den rechten Weg zu führen?
Aber wo sind sie?
Überall?
Um uns herum?
Stets bei uns?
Oder gibt es sie nur im sog. ‚Himmel’?
Doch wie sollen sie von dort auf uns acht geben?
Hat jeder Mensch seinen eigenen Engel?

Bei ca.  7.473.690.000 Menschen, die z. Zt. in etwa die Welt bevölkern, wären das ebenso viele Engel.

Hältst du das für möglich?

In der Bibel begegnen sie uns an vielen Stellen. Vom Himmel hoch, da kommen sie her, um den Menschen etwas zu verkünden. Sie melden sich, wenn es um eine Botschaft Gottes an uns Menschen geht. Sie treten in vielfacher Form auf: als Beschützer, aber auch als Mahner. 'Damals' schien dieser Kontakt zwischen Menschen und Engeln möglich gewesen zu sein. 


Heute auch noch?
Können wir auch heute noch
mit diesen geistigen Wesen in Kontakt treten
oder sind sie verstummt,
weil wir keine 'Antennen' mehr dafür besitzen,
ihre Botschaft wahrzunehmen?


Eines ist sicher: Um dies geschehen zu lassen, müssen wir uns für sie öffnen, müssen bereit sein für eine Begegnung mit den uns unbekannten Wesen.

 Wärst du bereit?


Sophia: Ja und ja..
Ich glaube an die Existenz, oder vielleicht wünsche ich es mir auch nur?
Wenn ich daran glauben kann dass es mehr gibt, als ich sehen kann, dann ist es tröstlich und lässt mich beruhigt aufatmen.
Helfende Hände und besonders emphatische Menschen, selbstlos im Umgang mit anderen, werden auch als Engel benannt, ja, vielleicht sind sie das auch, wer kann das schon sagen.
Meine Engel, mit denen ich mich schon seit vielen Jahren gerne umgebe, sind wichtig für mich und manche Ereignisse könnten als Bestätigungen angesehen werden.
Aber ich weiß nicht genau, ob das wirklich notwendig ist.
Allein der Gedanke und diese Hoffnung... sie sind schon sehr wohltuend für mich.
Martina: Ich glaube, wir Menschen der heutigen Zeit sind so gestrickt, dass wir am besten das annehmen können, was wir mit unseren fleischlichen Augen sehen können. Doch es gibt eine geistige Ebene und die entzieht sich unserem 'normalen' Blick! -Menschliche Engel in seiner Nähe zu wissen, tut einfach gut!
Alexander: Ja selbstverständlich gibt's Engelwesenheiten (, aber bitte ohne Flügel). Ich kann da nur mein 3-Seelen-Buch empfehlen. Unabhängig davon, sollte ich dazu mal etwas Genaueres darüber schreiben. Vielleicht eine reale Begebenheit? Oder einen "Durchblicker" a la "Ein Tag mit meinem Sehsinn durch die Welt" ...? :-) 
Martina: Am meisten freue ich mich darüber, dass du so klar 'Ja, selbstverständlich gibt es sie' sagst. Ich stimme dir zu 100 Prozent zu (was ja in dieser hohen Prozentzahl nicht immer der Fall ist - lach). --- Ja, bitte, schreib darüber!!
Angel: wenn ich an Engel denke dann sehe ich damit Schutzengel vor meinem geistigen Auge, empfinde es so, dass es einen Schutz für uns gibt und egal ob man sie Engel nennt - wenn man daran glaubt dass es jemanden gibt der auf uns achtet und uns schützt, dann gibt es das auch genauso wie das Gute im menschen niemals aufgibt daran zu glauben...
Martina: Schön, wenn man sagen kann: Ich habe das Gefühl, beschützt zu werden!
Klaudia: Ein schweres Thema;-) (Martina: Leicht kann jeder - lach!)
Engel sind nicht sichtbar, sie wirken eher im verborgenem...so zumindest mein Glaube. Ich bin davon überzeugt, das es so eine Art Schutzengel gibt....oder wünsche ich es mir nur. Bei Engel denke, ich an ein besonderes Bild, welches bei meinen Eltern übern Bett hing, das hat mir oft Kraft gegeben, bestimmte Dinge anzugehen und durchzustehen.
Martina: Als ich deinen Kommentar las, stand mir sofort ein Bild vor Augen. Es hing auch über dem Bett (meiner Großeltern), war ziemlich groß und zeigte die Darstellung von Kindern, über denen Engel schwebten. - 'Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten, auf all deinen Wegen!' - So steht es in der Bibel und darauf können wir ganz sicher bauen!
Varis: Ich habe so meine Probleme mit dem Begriff "Engel", weil er für mich einen zu religiösen Beigeschmack hat. Religionen sind für mich ein rotes Tuch, weil sie meiner Meinung nach die spirituelle Entwicklung der Menschheit eher unterdrücken als vorantreiben. Aber das ist ein anderes Thema. Die Realität hat viel mehr Ebenen und Facetten als der Mensch mit seinen physischen Sinnen wahrnehmen kann. Deshalb ja, es gibt diese geistigen Wesenheiten und man kann mit ihnen auch Kontakt aufnehmen, auch wenn diese naturgemäß meist jenseits der physischen Sinne stattfindet. 
Martina: Jeder sollte seinen spirituellen Weg auf seine Weise gehen. Der eine benötigt dazu vielleicht die Religionen. Ein anderer nicht. - Es gibt viele 'Realitäten' - da bin ich ganz bei dir. Diese hier, in der wir zur Zeit leben, ist eine davon. - Wir sind ja auch eine 'geistige Wesenheit', die sich im Moment in einem Körper hier auf der Erde befindet. - Daher kann ein Wahrnehmen der 'Engel' wohl auch nur über diese Ebene geschehen.
Christine: An das, was religiöse Menschen unter Engeln verstehen, glaube ich absolut nicht. Ebenso wenig wie an eine Existenz nach dem Tod.
Aber ich kenne durchaus reale Menschen, die ich so bezeichnen würde.
Martina: Ich muss ein bisschen schmunzeln, weil ich ja schon weiß, was ich dir antworten möchte - lach! Pass auf: Wenn es doch anders ist und es ein Leben nach dem Tod gibt, dann gibst DU einen aus, wenn wir uns treffen - okay? ;-)
Jutta K.: Tja was soll ich sagen.
Ich denke mal, dass Engel die Beschreibung ist für etwas eigentlich Unbeschreibliches.
Ich meine damit himmlische Begleitung.
Begleitung für tatsächlich jeden einzelnen Menschen, egal wie viele wir auch sind !
Engel beschützen uns dann, wenn unser vorbestimmter Lebensweg noch nicht voll gelebt ist.
Wenn Böses sich unserer Seele bemächtigen will.
Dann heißt es, Gott, der oder die hat aber einen Schutzengel gehabt.
Daher glaube ich, dass es nicht unbedingt Sinn macht zu sagen, lieber Schutzengel, bitte hilf mir da oder da . . !
Er ist um uns und wacht über uns, bis wir bereit sind zu gehen.
In eine andere Wirklichkeit.
Hmm, ich hoffe, ich konnte zum Ausdruck bringen, was ich meine.

Martina: Ich denke schon, dass ich dich verstanden habe. - Engel werden uns beschützen, doch manchmal hat eben auch etwas für uns Sinn, was uns 'Schaden' zufügt. Da wird der Engel dann nicht eingreifen, da er ja unseren Weg kennt (wahrscheinlich sogar besser, als wir selbst). Vielleicht ist er dazu da, uns immer wieder in die richtige Richtung zu lenken, wenn wir unseren Weg (gravierend) verlassen haben.
Klärchen: Ich glaube all die kleinen Engel und Schutzengel um uns sind immer da und im rechten Augenblick zur Stelle, wenn wir sie brauchen ohne gefragt zu werden.Es gibt sie die Wesen, auch in Menschengestalt, helfende Hände im rechten Augenblick.Glaube,Liebe und Hoffnung, da sind sie zu finden.
Liebe Grüße und ein Danke an dich für deine schönen Themen, immer wieder neu.
Martina: Was mir gerade auffällt ist, dass noch niemand von einem Moment geschrieben hat, wo er gespürt hat, dass er bewahrt wurde. - Ich denke, dass es diese Situationen in jedem Leben gibt. Manchmal gehen wir vielleicht einfach darüber hinweg, ohne zu beachten, wie viel Schutz uns gerade gewährt wurde. - Du hast recht: Wir müssen die Engel nicht bitten. Sie gewähren uns ihre Hilfe auch so. 
Helga F.: Letzten Montag bin ich rückwerts über einen kleinen Absatz nach unten gestürzt und mit dem Rücken und Kopf aufgeschlagen.Alle dachten ich wäre nach diesem Sturz auf Beton zumindest schwer verunglückt,aber ich habe mit einer kleinen Kopfwunde und einer leichten Gehirnerschütterung diesen schlimmen Sturz überlebt. Soviel zur realen Hilfe von meinem Schutzengel. 
Martina: Oh, Helga, da bist du wirklich vor Schlimmerem bewahrt worden. - Was die leichten Verletzungen betrifft: Gute Besserung!
Elke: ich bin schon mehrfach in meinem Leben von meinem Schutzengel beschützt worden, wenn es ihn denn gibt und das alles kein Zufall war, dass im rechten Augenblick die richtigen Leute zur Stelle waren, die mich gerettet haben.
Martina: Ist das nicht schön, wenn man bemerkt, dass alles sich fügt?! - In solchen Momenten verspürt man eine große Dankbarkeit.
Azmuto:  Danke :-)
Martina: Gerne! ;-)
Rosi: oh ja..
es gibt Engel
und manchmal können wir sie spüren ..
es ist wie ein Hauch..der uns zum Beispiel einem Moment lang zurück hält
und so ist z.B.nichts passiert
ein Gedanke der uns zufliegt
ein Lied im Radio dass gerade genau so zu unserer Verfassung passt und Trost gibt
eine Feder die vor die Füße fällt obwohl kein Vogel in der Luft ist
da (für mich)ein Engel "Geist" ist.. Energie.. kann er auch überall sein auch wenn es schön ist sich einen persönlichn Engel vorzustellen ..
wie heißt es in der Bibel?
Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen.
Sie tragen dich auf ihren Händen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt;
Martina: Man wartet noch einen Moment, bevor man los geht oder wird durch einen Telefonanruf aufgehalten. Wenn wir dann an einem Unfall vorbei fahren, können wir es ahnen, warum!
Meisje: So schön! Hab es fein du Liebs, Meisje
Martina: Danke dir - auch für deinen Besuch bei mir!
Eva: Ja, es gibt ganz bestimmt Engel. Vor allem Schutzengel. Aber alles ist von Gott gesteuert. Das fließt alles ineinander. Davon bin ich überzeugt und das ist mein Glaube.
Martina: Ich bin wie du überzeugt, dass es Engel gibt und ich glaube wie du an eine höhere Macht.
Astrid: Oh ja, ich glaube, dass es Schutzengel gibt. Möglicherweise nicht so, wie sie dargestellt werden. Ich wünsche jedem Menschen einen Schutzengel, denn wir brauchen sie alle.
Auch Menschen können zu Schutzengeln werden, ich denke nur an die Begebenheit in Magdeburg, die sich dort vor vielen Jahren ereignete und die ich in meinem Blog beschrieben habe ("Danke, lieber Schutzengel!"). 

Martina: Nein, so wie sie gerne dargestellt werden, stelle ich sie mir auch nicht vor. Aber es gibt sie und sie sind immer bei uns - da sind wir einer Meinung.

Donnerstag, 17. August 2017

Dumm aus der Wäsche schauen

Unsere Enkelkinder haben ja noch Ferien und so durfte gestern jede eine Freundin zum Übernachten einladen. Da wir zusammen in einem Haus wohnen, sind mir die Freundinnen bekannt und ich kenne auch ihre Vornamen, doch welche Familien dahinter stehen, weiß ich nicht unbedingt.
Freunde bilder
Die Freundin der Großen wurde heute von der Oma abgeholt. Ich bekam das mit, weil ich mich gerade draußen auf dem Hof aufhielt. – Als ich die Oma sah, dachte ich: Das kann doch nicht wahr sein. Auch wenn wir uns fast 40 Jahre lang nicht mehr gesehen hatten, erkannten wir uns dennoch – auf den zweiten Blick 😊 - und unsere Enkelkinder schauten ziemlich dumm aus der Wäsche, denn: Wir waren damals Kolleginnen - und heute sind unsere Enkeltöchter miteinander befreundet. 
Solche Zusammenhänge faszinieren mich!



Dienstag, 15. August 2017

Großtante Gertrud

Kartoffelsalat – Treppenstufe – verschwinden – öde - glühend

Das sind die Reizwörter,
die in meiner Geschichte und in denen von
zu finden sind.

Die Fotos stammen von Klärchen.
Danke dafür!



„Mensch, Pia, wenn jemand dein Gesicht sieht, könnte er denken, du hättest ein schlechtes Zeugnis bekommen.“
„Hab ich aber nicht“, maulte Pia ihre Mutter an.
„Ja, weiß ich doch. Ich weiß nur nicht, warum du schaust, wie 7 Tage Regenwetter?“
Darauf antwortete Pia nicht. Das konnte sich Mama ja wohl denken. Anstatt in den Urlaub, fuhren sie in dieses öde Kaff. Pia wollte sich nicht einmal den Namen dieses Ortes merken.
Vorhin auf dem Pausenhof war sie ständig gefragt worden: „Und, Pia, wohin fährst du in diesem Jahr in den Urlaub?“
Sie konnte einfach nicht die Wahrheit sagen. Das wäre ihr zu peinlich gewesen. Deshalb hatte sie behauptet, sie wollten ganz spontan entscheiden, wohin die Reise gehen solle. Dabei stand längst fest, dass sie das Haus von Mamas Großtante Gertrud ausräumen mussten. Mama hatte es ganz unerwartet geerbt und nun hatte sich ein Käufer dafür gefunden.
„Weißt du, ich habe so viele schöne Sommermonate bei meiner Großtante verbracht“, versuchte Mama, ihre Tochter aufzumuntern, „und ich bin ganz sicher, dass es auch dir dort gefallen wird.“
Pia warf ihrer Mutter einen viel sagenden Blick zu. Das würde niemals geschehen! Was sollte sie überhaupt machen in dieser Einöde, wo sie keinen Menschen kannte?
Einen Tag später standen sie vor dem kleinen Häuschen. Es war wirklich in die Jahre gekommen, doch es schien, als hätte der Käufer erkannt, dass sich hinter der maroden Fassade ein liebevolles Zuhause befand.
Papa öffnete die Haustür und Pia wich einen Schritt zurück.
„Hier bleibe ich nicht. Hier stinkt’s“, verkündete sie und stapfte Richtung Auto.
„Pia, bitte, komm zurück. Es riecht hier so eigenartig, weil lange nicht gelüftet wurde. Wir öffnen schnell alle Fenster und du wirst sehen, bald hat sich das Problem wie von selbst gelöst“, meinte Mama.
„Nee, ganz sicher nicht“, erwiderte Pia patzig, „es riecht nach alt und das lässt sich durch Lüften bestimmt nicht ändern.“
Mama und Papa wechselten einen Blick und gingen ohne einen weiteren Kommentar ins Haus. Bald darauf standen alle Fenster weit offen. Pia setzte sich derweil auf die Treppenstufen, die zum Haus führten. Es war einfach nicht zu fassen, dass sie jetzt hier herum saß und all ihre Freundinnen sich irgendwo in der Sonne aalten. Warum musste ausgerechnet ihre Mutter dieses blöde Haus erben? Vielleicht spukte es sogar darin! – Ein kalter Schauer lief ihr bei diesem Gedanken über den Rücken.
Bald darauf verspürte Pia Hunger. Doch zum Essen würde sie ins Haus gehen müssen und das wollte sie ja eigentlich nicht, doch gerade in dem Augenblick rief Mama: „Pia, es gibt Kartoffelsalat und Würstchen. Papa und ich, wir essen jetzt. Wenn du auch Hunger hast, müsstest du herein kommen.“
Pia schlich in die Küche und ließ ihren Blick schweifen. Wie das hier aussah! Alles war uralt und richtig schäbig. Sie konnte sich gar nicht vorstellen, dass die alte Tante und auch ihre Mutter es hier schön fanden. Sie fand einfach alles grauenhaft. Doch irgendwie begriff sie, dass aller Widerstand nichts nutzte. Für ein paar Tage saß sie hier fest.
Da es keine Spülmaschine gab, musste Pia nach dem Essen sogar das Geschirr abtrocknen. Es fühlte sich wirklich so an, als sei in diesem Haus die Zeit stehen geblieben.
Bald darauf begannen Mama und Papa mit den ersten Aufräumarbeiten. Das Kind entschied, das Haus einmal genauer in Augenschein zu nehmen. Irgendwann gelangte Pia über eine schmale und knarrende Holztreppe in den Bodenraum. Duster war es hier und stickig. Sie zog einen alten Hocker unter das kleine Dachfenster, um es öffnen zu können. Anschließend sah sie sich in dem staubigen Raum um. Was hier alles herumstand! Unfassbar! Einige Dinge kannte sie überhaupt nicht. Es würde bestimmt Wochen dauern, bis ihre Eltern das alles entsorgt hätten.
Vorsichtig öffnete Pia den Deckel eines alten Koffers. Einige vergilbte Spiele und eine Puppe kamen darin zum Vorschein. Die Puppe trug ein braunes Kleid mit einer hellen Schürze. Als Pia sie aus dem Koffer nahm, öffneten sich ihre Augen. Das Mädchen fragte sich in diesem Moment, wie lange die Puppe wohl schon hier oben gelegen haben mochte.
„Es werden wohl bald 70 Jahre sein“, sagte daraufhin eine Stimme. Pia drehte sich abrupt um und erschrak. Sie erkannte es nicht deutlich, doch sie nahm eine helle Gestalt wahr, bei der es sich um eine alte Frau handeln musste.
„Entschuldige bitte, wenn ich dich erschreckt habe“, meinte die alte Dame. „Du musst Pia sein, die Tochter meiner Großnichte. Ich habe dich als ganz kleines Mädchen einmal gesehen. Außerdem hat mir deine Mutter in jedem Jahr zum Weihnachtsfest geschrieben und ein Foto von dir beigelegt. Daher kenne ich dich. Aber du kannst dich gewiss nicht mehr an mich erinnern. Ich bin Tante Gertrud.“
Pia hatte es gewusst: Hier spukt es! Starr vor Schreck war sie weder in der Lage, zu schreien, noch, sich zu bewegen und diesen Raum zu verlassen.
„Es ist bestimmt komisch für dich, mich hier zu sehen. Weißt du, Pia, ich wollte gerne noch eine Weile in diesem Haus sein, bevor es der Käufer umbaut und es sich verändert. Ich dachte, hier auf dem Dachboden wird mich niemand finden. Das war, wie es scheint, wohl dumm von mir. Kinder sehen halt Dinge, die Erwachsene nicht mehr wahrnehmen können.“
Pia war immer noch nicht in der Lage, zu reagieren. Aber ganz so schaurig fand sie die Situation jetzt nicht mehr. Außerdem wurde die Gestalt immer deutlicher für Pia, je länger sie hinschaute.
„Das ist Marie“, sagte die Tante und zeigte auf die Puppe, die Pia noch immer in ihren Händen trug. „Ich habe sie so sehr geliebt. Du musst wissen, dass wir früher nicht so viele Spielsachen hatten, wie ihr heute. Nach dem Krieg hatten die Menschen wenig Geld. Aber wir Kinder hatten viel Fantasie und fanden immer etwas, was und womit wir spielen konnten. Weißt du, was ‚knickern’ bedeutet?“, fragte die Tante. Das Mädchen schüttelte mit dem Kopf.
„Pia, wo bist du?“, rief Mama in diesem Augenblick und eine Treppenstufe knarrte. 
„Wenn du möchtest, erzähle ich dir später mehr davon“, flüsterte Tante Gertrud noch schnell, bevor sie in einer dunklen Ecke verschwand.
 „Was machst du denn hier oben?“, fragte Mama, als sie den Raum betrat.
„Ich? Ich hab diese Puppe hier gefunden“, antwortete Pia schnell und hielt sie ihrer Mutter entgegen. Mit glühenden Wangen fügte sie hinzu: „Sie hat bestimmt deiner Tante Gertrud gehört.“
„Ja, ganz sicher sogar“, entgegnete Mama. „Weißt du was, die nehmen wir mit nach Hause, als Erinnerung an meine Tante.“
Mama sah sich um und seufzte. Es gab wirklich noch viel zu tun. „Kommst du wieder mit runter?“, wollte sie von Pia wissen.
„Nee, ich bleib noch ein bisschen hier oben und schau mich weiter um. Irgendwie find ich es doch ziemlich cool hier.“
Mama grinste. Schade, dass sie nicht sehen konnte, dass auch über Tante Gertruds Gesicht ein Lächeln huschte.


Sonntag, 13. August 2017

Frage 11: Kannst du dich gut von Dingen trennen?

Ich weiß, dass es jetzt eine Bloggerin gibt, die schmunzelt, weil sie genau weiß, dass ich durch ein Gespräch mit ihr auf diese Frage gekommen bin. J
Wie ich euch schon erzählt habe, renovieren wir unser Schlafzimmer und bekommen in dem Zug auch neue Möbel. Das heißt: Alle alten Schränke mussten ausgeräumt werden und ich staunte nicht schlecht, was da alles zum Vorschein kam.
Da wir ganz bewusst weniger Stauraum im neuen Schlafzimmer haben werden, müssen wir uns von vielen Dingen trennen und das ist auch gut so. – Immer mal wieder räume ich auf und aus, denn eines ist nicht zu unterschätzen: 


Alles gibt seine Energien ab.

Foto: Pixelio.de/Margot Kessler

Manche Menschen hüten viele Schätze aus Kindertagen. Einige bewahren Liebesbriefe auf. Daran kann doch nichts Schlechtes sein – oder doch?
Wenn wir Dinge aus Kindertagen aufheben, sollten wir uns vielleicht fragen, warum wir das tun. Haben wir Angst, die Verbindung zu früher und zu den Menschen, an die wir dabei denken, völlig zu kappen? Halten wir mit den Objekten eine unsichtbare Verbindung aufrecht?
Wenn die Tage unserer Kindheit glücklich waren, wird der Gegenstand keine negativen Energien abgeben. Doch wie sieht es aus, wenn das Objekt mit vielleicht traurigen Erinnerungen verbunden wird? Was macht es dann mit uns, wenn wir es betrachten? – Was macht es mit uns, wenn wir spüren, dass diese Zeit vorüber ist und nicht zurückkommen wird?


Foto: pixelio.de/Rainer Sturm


Auch bei den Liebesbriefen! 
Warum heben wir sie auf? 

Um uns an die schöne Zeit zu erinnern? Klar! Doch beim Lesen dieser alten Briefe passiert etwas mit uns. - Vielleicht machen sie uns ebenfalls traurig, weil wir erkennen, dass es so wie damals nicht mehr ist. Oder ist es ganz anders und bei der Erinnerung kommen Gefühle hoch, die wir gerne wieder aufleben lassen möchten?

Denkt ihr auch über derartige Dinge nach 
und trennt euch ganz bewusst von einigen Erinnerungsstücken, 
weil die Energien euch beeinflussen könnten, 
nicht mehr zu euch passen 
oder die Dinge 
einfach abgeschlossen werden sollten?

Magst du davon erzählen?


Varis: Ich bin ein Mensch, der sich auf die Gegenwart konzentriert und Gegenstände aus der Vergangenheit nicht hortet. Die Vergangenheit trägt man im Herzen und sie wird immer ein Teil von einem sein, aber das Leben spielt sich im Hier und Jetzt ab. 
Martina: Dem ist nichts hinzuzufügen. :-)
Klaudia: Ein sehr interessantes Thema...jedoch habe ich bisher nicht noch wirklich drüber nachgedacht. Leider horte ich viel zu viel....und das werde ich mir mal mehr bewusst machen und in Angriff nehmen;-).
Martina: Das freut mich, dass du darüber nachdenken möchtest.
Regina: Seit ich die sechzig überschritten habe, bin ich ein wenig gründlicher im Aussortieren geworden. Manchmal denke ich: Wenn ich mal nicht mehr da bin, wer will diesen ganzen "Mist" entsorgen und will ich eigentlich, dass andere (auch meine Kinder) darin herumwühlen? Nee, will ich nicht. Deshalb trenne ich mich von Dingen (auch alten Briefen), die nicht unbedingt für andere Augen bestimmt sind. Auch bei den Büchern habe ich schon angefangen. Bücher, die ich nie und nimmer mehr lesen werde, bringe ich entweder in die öffentlichen Bücherschränke oder entsorge sie im Papiermüll, wenn sie vermutlich auch niemand anders lesen will. Einmal habe ich eine ganze Kiste einer Frau geschenkt, die damit so Bücherkunst macht, also Staubfänger, die dann Wörter wie LOVE oder sowas bilden. Hast du bestimmt schonmal gesehen ...
Mit Kleidung bin ich noch vorsichtig, habe ja verschiedenen Größen in meinem Kleiderschrank, die immer mal wieder passen könnten - alles bis Größe 42, also die Elfengrößen, habe ich aber bereits verschenkt, eine Elfe werde ich wohl nicht mehr werden.
Martina: Lach! Das kenne ich. Auch in meinem Kleiderschrank gab es verschiedene Größen. Heute nicht mehr. Es ist, wie es ist und gut! - Was du schreibst, macht mich nachdenklich und ist ein Aspekt, den man bedenken sollte. - Ich weiß von einem Fall, wo das ganze Haus voll ist von Dingen, die die Mutter nicht wegwerfen konnte (wie sie immer gesagt hat). Jetzt tun sich die Kinder schwer damit, diese zu entsorgen, weil es ja Dinge sind, die der Mutter wichtig waren. - Ich habe in dieser Hinsicht nichts mehr, woran ich mein Herz hängen könnte - außer den Menschen, die zu meiner engsten Familie gehören!
Sophia: Trennen von Dingen, Puh..
Ich bin in meinem Leben schon so unglaublich oft von einem Ort zum nächsten gezogen, dass ich solche Erinnerungsstücke gar nicht habe. Schade vielleicht, aber wie du schon sagst, alles ist Energie. Lediglich Kleinkindererinnerungsstücke meines Sohnes hab ich zu meiner Mutter gebracht um sie aufzubewahren, falls er sie einmal haben/sehen möchte, oder seinen Kindern zeigen will.
Ich finde es schön, Erinnerungen nicht nur im Kopf zu haben, sondern sie auch anfassen zu können... ab und zu mal
Lieben Gruß und danke für deine Denkanstöße, mir tun sie gut
Martina: Ich finde es gut, dass du die Entscheidung, wie er mit seinen Erinnerungsstücken umgehen möchte, bei deinem Sohn lässt und nicht für ihn entscheidest. - Dazu neigen Eltern häufig! :-) 
Helga: Ja ich trenne mich ganz bewusst von vielen alten Erinnerungsstücken.
Aus meiner Kindheit habe ich nur ein paar selbst gemachte Dinge aufgehoben.
Alte Liebesbriefe, Geschenke und meine alten Tagebücher habe ich vor Jahrzehnten mit einem Feuerritual entsorgt, nachdem ich mich innerlich davon gelöst hatte.
Aber von extrem vielen alten Gebrauchsgegenständen haben wir uns im letzter Zeit verabschiedet, wir brauchten Platz für unsere neuen Obermieter (sie wohnen oben :)) Da staunt man /frau beim ausmisten, was sich so alles in den Räumen versteckt hatte... Nun fühle ich mich erleichtert, es ist immer noch zu viel von uns und unseren Jungen im Haus, wir werden immer mal wieder Razzia mit Rauswurf machen, der Dachboden ist als nächstes dran.
In diesem Sinne wünsche ich ein fröhliches loslassen innen wie außen. 

Martina: Ich bin auch ein 'Obermieter' :-), weil ich sooo gerne oben wohne! - Dadurch, dass wir unser Haus über Jahre hinweg umgebaut und renoviert haben, ist seeehr viel Altes entsorgt worden. - Da mein Opa dieses Haus gebaut hat und es mit seiner Familie und den Schwiegereltern bewohnte, kannst du dir vorstellen, was da alles zu finden war. - Danach bewohnten meine Eltern mit ihrer Familie dieses Haus. - Wir wurden also von vielen Dingen und alten Energien umgeben, die wir mit Respekt vor den Ahnen, aber auch mit Dankbarkeit, dass wir und die Familie unserer Tochter jetzt dieses Haus bewohnen dürfen, entsorgt haben. - Es ist befreiend, sich von Materiellem, aber auch von alten Erinnerungsstücken, zu trennen. Da stimme ich dir zu. Dennoch: Dieses Loslassen - manchmal nicht so einfach.
Manu: mmmh, der Mann würde sagen: "Ja, wir müssen achtgeben, dass wir nicht irgendwann mit einem Schild- Abzugeben - vor der Türe stehen" Aber ganz so schlimme find ich mich nicht! Ich hätte es gerne noch etwas leichter. Das fällt mir aber im Hobbyraum so unendlich schwer, da ich mir jedem Teilchen sofort wieder gefühlte hundert neue Ideen im Kopf habe, was daraus entstehen könnte. Und dann gibt es noch eine Ecke im Keller die voll ist mit alten Schätzen. Die stehen da zwar nicht rum, sondern werden immer wieder verdekoriert, aber es könnte etwas weniger sein. Also kurz und knapp, ein Messie bin ich mit Sicherheit nicht und alles was ich nicht mehr mag, oder mit negativen Gedanken verbunden ist, darf sofort gehen!
Martina: Okay, dass es dir schwer fällt, Dinge aus dem Hobbyraum zu entfernen, das glaube ich gerne. Man könnte es ja nochmal gebrauchen! :-) - Kann ich mir gut vorstellen. - Aber wer ein Haus hat, kennt das: Je mehr Platz zur Verfügung steht, umso mehr bewahrt man auf. - Das kenne ich auch!
Cosmee: Jahrzehntelang habe ich alte Tagebücher gehütet, die ich ab 17 vollgeschrieben habe und dies bis weit in die Vierziger. In diesem Jahr, ich bin über 60, habe ich sie endlich geschreddert. Der Gedanke, dass meine Kinder darin lesen könnten, wenn ich gestorben bin, den fand ich ganz schauderhaft. Denn ich bin längst nicht mehr die, die ich damals war. Und ich bin wirklich froh drum, eine Last fiel von mir.
Martina: Oh ja, gerade Tagebücher enthalten natürlich sehr viele Emotionen - auch wenn es die eigenen sind. Das ist sicher nicht zu unterschätzen. Ich kann es mir sehr gut vorstellen, dass du dich wie befreit gefühlt hast, als diese 'Altlasten' von dir genommen wurden. - Danke für deinen Kommentar!
Jutta: Ich halte es eigentlich genau wie "Regina ".
Allerdings habe ich eine Erinnerungskiste, da sind mine gesammelten Werke von Tagebüchern drin und ein paar "Werke " meiner Kinder , Briefe zum Muttertag ect.
Da kann ich mich einfach nicht trennen.;-)
Ansonsten weg mit dem Ballast !
Ach ja, meine Tagebücher können meine Kinder ruhig lesen, da verstehen sie mich vielleicht dann besser in so manchen Dingen. 
Martina: Über den letzten Satz musste ich einerseits schmunzeln, andererseits habe ich mich gefragt, ob deine Kinder sie wirklich lesen würden. Empfindet man das nicht als einen Eingriff in die Privatsphäre des anderen - auch über den Tod hinaus? Ich weiß es nicht. - Ja, diese Erinnerungskisten sind sehr beliebt - aber voller Energien und Emotionen :-)!! 
Klärchen: Oh,je, Martina, ich bin gerade dabei auszumisten, weil ich muss... Viel ist es nicht, aber eine Kiste(Blechdose habe ich, da fällt es schwer),aber ich empfinde wie Regina und Jutta.In der großen alten Dose habe ich nur schöne Erinnerungen. Allerdings die Todesanzeigen meiner Mutter und meines Vaters, die sind etwas besonderes.Die Briefwechsel mit meiner Freundin, die Liebesbriefe zwischen meinem Mann und mir, erzählen meine Lebensgeschichte in der Jugend. Die werde ich für meine Biografie verwenden und meinen Kindern schenken.Natürlich nicht alles, das Geheimste bleibt geheim.Auch das Armbändchen meines ersten Kindes habe ich aufbewahrt, blau, eine Freude! Ja, manchmal schaue ich und lese, denke wie viele Veränderungen es gab.Lebe im Heute und brauche Erinnerungen um zu sehen wie sich alles geändert hat.Ich lächele dann und habe die Bilder vor mir ohne Wehmut und bekomme einen andere Sicht auf viele Dinge die passiert sind, eher hat sich alles ins positive gewandelt.Es bleibt Dankbarkeit, und Schmerz der mir zugefügt wurde habe ich verstanden und verziehen, soweit es geht.Es ist eben in der Kiste und abgeheftet!Alles andere ist in meinem Herzen und im Kopf!
Martina: Wenn man beim Anblick von alten Dingen sagen kann, dass sich alles zum Besseren gewendet hat, ist das sehr schön. Auch die Idee, den Kindern eine Biografie zu hinterlassen ist nicht schlecht. Wir wissen es aus eigener Erfahrung, wie es ist, wenn man die Mutter nicht mehr fragen kann: Wie war das früher bei dir? So kann man manches besser verstehen. - Doch bei den Todesanzeigen bekomme ich eine Gänsehaut. Was macht sie so besonders für dich?
Erica Sta: Ja und Nein zugleich. Da sind weniger die Erinnerungsstücke - die es freilich gibt - als der Gedanke, das eine oder andere weiter verwenden zu können. Bin ich doch noch in der Generation aufgewachsen, da man lange auf etwas gespart hat und wenn der Stuhl, das Kleid etc. schäbig wurde, hat man sich die Mühe gemacht es zu reparieren und/ oder zu restaurieren.
Inzwischen änderten sich die Materialien, was früher aus Holz gefertigt, liegt als Plastikteil vor, von dem ich mich ohne mit der Wimper zu zucken verabschieden kann.
Fazit: Ich habe Prinzipien!

Martina: Das kenne ich natürlich, wie du auch. Es wurde gespart und dann erst gekauft - und zwar etwas Hochwertiges. - Du hast schon recht, dass man sich heute leichter trennt, weil viele Dinge aus Plastik sind, doch auch die könnte mein Mann evtl. noch gebrauchen ;-). - Prinzipien zu haben ist sicher nichts Schlechtes!
Rosi: nein
ich kann mich überhaupt nicht trennen
und ich empfinde es auch nicht als Ballast oder Bürde
auch die schmerzlichen Dinge (Briefe Tagebuchnotizen)habe ich aufbewahrt (seltsamerweise schreibt man fast nur Tagebuch wenn es einem nicht gut geht )
manchmal lese ich sie .. und ja.. dann wird mir das Herz schwer
aber es ist ein Teil von mir
Erinnerungen sind im Kopf.. ja.. aber sie verblassen
manchmal ist es ja vielleicht ganz sinnvoll .. ;)
auch ich bin in meinem Schlafzmmer zu Gange
einige Kleidungsstücke finden doch den Weg zur Kleiderkammer
denn ich habe noch von meiner Mutter Sachen hier und von meinem Mann
meine Kleidung trage ich Jahrzehnte ;)
solange sie mir passt und nicht kaputt geht
von mir aus dürfen die Anderen wegwerfen ;)
ich behalte
Martina: Wie gut, dass wir alle anders 'ticken' und sind! :-) Sonst gäbe es ja nur einen 'Einheitsbrei' - und das wäre richtig furchtbar!

Freitag, 11. August 2017

Kreativ-Award

Alle, die meine Geschichten lesen, wissen, dass diese immer zu Elke und ihrem kleinen Blog gehen. Das mache ich schon so, seit sie die Aktion 'Elkes frohe und kreative Linkparty' ins Leben gerufen hat. Im Juli nahm ich mit der Geschichte 'Der alte Krämerladen' teil. - Ja und nun ist es tatsächlich passiert: Mit einer anderen Bloggerin teile ich mir den im Juli vergebenen Kreativ-Award. Da bin ich doch echt platt!



Wenn ich in manchen Blogs unterwegs bin, staune ich über die große Kreativität. Ich selbst halte mich gar nicht für kreativ, zumindest nicht auf handwerklichem Gebiet.
Auf der anderen Seite sind wir alle kreative Menschen. So kann eine Kreation sein, mit allen unseren Empfindungen und Sinnen im Augenblick zu leben und uns bewusst zu sein, dass das, was wir in dem Moment denken und fühlen, Teil unserer Zukunft wird. - Bei aller Kreativität in dieser Hinsicht sollten wir jedoch bedenken, dass unsere Sorgen und Ängste, die wir in uns tragen, ein Teil unserer Zukunft werden können. Deshalb sollten wir unser Leben in so vielen Momenten wie möglich genießen, damit es auch in Zukunft ein Genuss bleibt, zu leben!

Mein herzliches Willkommen
gilt
Ulrike Schäfer-Zimmermann 
mit ihrem Blog
Sie ist diejenige,
mit der ich mir den Juli-Award teile!



Sonntag, 6. August 2017

Frage 10: Warum wurde ich überhaupt geboren?

Hast du dich das auch schon einmal gefragt?
Oder Fragen wie diese gestellt:
Warum wurde ich zu dieser Zeit geboren
und nicht früher oder später?
Warum wurde ich in diese Familie hinein geboren
und nicht in eine andere?
Was sagst du, wenn die Antwort lautet:
Weil du dir den Zeitpunkt und die Familie
vor dem Eintritt in dieses Leben
ganz bewusst ausgesucht hast!
Warum sollte ich das getan haben, 
wirst du vielleicht fragen.
Was sagst du, wenn die Antwort lautet:
Weil deine Seele in dieser Familie, an diesem Ort
und zu dieser Zeit die Erfahrungen machen kann,
die sie machen möchte.
Nein, nein, wirst du vielleicht widersprechen.
Das kann gar nicht stimmen.
Wenn es nämlich so wäre,
hätte ich mir reiche Eltern ausgesucht,
wäre Prinz oder Prinzessin oder Supermodel,
hätte ein großartiges Talent!
Aber ich würde ganz sicher nicht dieses Leben führen!
Nein?!
Welchen Grund gibt es dann
für DEIN LEBEN an dem Platz,
an dem du stehst?


Jutta K.: 
Ich wurde geboren, weil meine Eltern sich liebten.
Ich wurde geboren, weil meine Eltern sich ein Kind wünschten.
Ich wurde geboren, weil meine Seele wieder auf Erden verweilen wollte.
Ich wurde geboren, weil ich noch viel zu lernen habe.
Ich wurde geboren, weil ich ein Teil des ewigen, endlos währenden Lebenszyklus bin.
Die ersten beiden Gründe weiß ich mit Sicherheit.
Die anderen Gründe sind Wunschgedanken, weil ich sonst einfach keine Erklärung dazu finden kann.
Martina: Du hast es wunderbar ausgedrückt - für mich macht auch alles andere keinen Sinn.
Alexander: Das sind tatsächlich ganz viele Frage, um die gleiche Grundsatzfrage herum, die jeder sich ganz einfach (im Grunde) selbst beantworten kann, wenn man es nicht von Beginn an weiß - und auch so. In den Träumen kann es jeder ergründen. Hilfe bekommt man auch durch die Menschen, Lebewesen und Gegebenheiten, um einen herum bzw. welche, die auf einen zu kommen. Von daher schließt sich der Kreis, an dessem Ende oder Beginn man dann vollumfänglich Ge-Wissheit (...) hat. Im Idealfall sind alle Einwirkungen dazu allerdings nur Bestätigungen des "offenen Verborgenen". 
Jeder hat seine eigene Geschichte, die mit anderen auch kollidiert; Ich schäme mich geradezu, dass ich bislang noch nicht gewillt war meine eigene fortzuführen, hatte ich doch schon damit begonnen in der Schensi-Erzählung. Diese wiederum setzt viel zu früh an und doch zu spät. Ich sollte darüber eine Biografie der andere Art machen. Danke für den Gedankenimpuls zu einem Mammutprojekt, welches ich vielleicht doch nie umsetzen oder beenden werde. Wozu auch? Es ist ja nur meine eigene Geschichte. Es fehlt ggf. der Mehrwert für andere. Aber ich weiß jetzt zumindest wie und wo ich (neu) ansetze, wenn ich es tue.
Um "kurz" die Frage zu beantworten, auf mich bezogen: Weil ich die Grundpfeiler in meinem letzten Leben bereits gesetzt hatte, in meinem speziellen Fall allerdings mit leichten Fehlern bei der Schau in die neue Manifestation, die große Wirkungen hervorriefen. Das erklärt dann auch die anderen Fragen, die heute - in der Jetztzeit - aufkommen und was man wo und wie zu tun hat. 
Martina: Ich kann dir nur Mut machen: Nimm das Projekt an und auf. Und übrigens: Woher willst du wissen, was andere möchten? :-) Sag nicht voraus, dass es keinen anderen interessiert! - Danke für deinen Kommentar. Es lohnt sich immer, über deine Gedanken und Aussagen nachzudenken!
Varis: Diese Fragen ließen sich für jeden Menschen beantworten, wenn sie sich nur nicht so von den Oberflächlichkeiten der Gesellschaft ablenken ließen. Wenn die Menschen endlich einmal damit beginnen würden, sich die Natur wirklich anzusehen und sich in sie hineinzufühlen anstatt sich von äußeren Instanzen das Gehirn waschen zu lassen, sähe das Leben auf diesem Planeten anders aus. Das Wesentliche entzieht sich einer Analyse des sog. logischen Verstandes, sondern lässt sich "nur" mit der Seele erfahren. 
Martina: Das Leben würden ganz sicher anders aussehen. Da gebe ich dir recht. Dennoch denke ich, dass alles nach einem großen Plan verläuft und auch die Tatsache, dass wir alle 'geblendet' werden von z. B. vielerlei materiellen Dingen, wird seinen Sinn haben. - Ich habe das Gefühl, dass einiges im Umbruch ist. Immer mehr Menschen hinterfragen und suchen. - Ein guter Weg, auch wenn sich uns nicht alles erschließen wird.
Sophia: Ich möchte mich ja gerne an diesen Gedanken festhalten (die wir ja offenbar teilen :) ) - dass die Seele sich dieses Leben, diesen Körper, diese Familie, dieses Jetzt vor Geburt auserwählt hat. Dann könnte man aufhören zu Grübeln warum dies/oderdas/oderjenes gerade MIR geschieht (oder dir, oder unseren Nächsten)- der Lernerfahrung wegen nämlich.
Aber andererseits - schön ist es schon, und befreiend, nicht wahr?
Mir gefällt dieser Gedanke jedenfalls.
Und ich hab immer viele Fragen an mich, an das Leben und immer wieder erlebe ich was alles an Geschenken "geliefert" wird.
Ich merke schon, ich verliere mich gerade wieder in Gedanken.
Martina: Du darfst dich gerne in deinen Gedanken verlieren! :-) - Es ist tröstlich. Ja! Aber nicht nur deshalb denke ich, dass es so sein muss, sondern weil alles andere einfach keinen Sinn macht. - Und das unser Leben sinnlos ist, das glaube ich in gar keinem Fall!
Helga: Ich wurde genau zum richtigen Zeitpunkt, genau in die richtige Familie und genau in dieses jetzige Leben geboren, um zu lernen.
Alles was mir geschah und geschieht, ist eine Lernaufgabe
und dient meiner geistigen Entwicklung. 
Martina: Ich darf dir etwas verraten: Ich auch! :-)
Daraufhin Helga: :) Ja von der Liebe kann unser Bewusstsein gar nicht genug lernen. :):)
Manu: Ich habe mich heimlich still und leise in das Leben meiner Eltern geschlichen. Wieso weiß keiner, aber sie haben sich darüber gefreut! Ich denke der da oben, hat sich dabei bestimmt was gedacht und ich bin froh darüber! *g*
Martina: 'Der da oben' ist sicher nicht ganz unschuldig daran, dass du an deinem und ich an meinem Platz stehe. Als - kleines oder größeres - Licht ist er ein Teil von uns oder besser gesagt: Wir von ihm! :-)
Angelface: Ob wir darüber rätselnde Gedanken führen - warum - wozu - weshalb und hat`s einen Sinn, - wir leben es im Jetzt und Hier. Wer privilegiert ohne Kummer und Sorgen ist, keine Existenzängste verspürt der denkt sicher nicht lange darüber nach Warum und zu welchem Zweck er in dieses Leben hineingeboren wurde. Wer irgendwie " Pech hat" , bei dem vieles im Argen ist/war oder bleibt, - übersetzt dies oft als "ungerecht" gegen sich.
vielleicht - ist es ja SEINE Aufgabe durch besondere Erfahrungen sein Leben zu meistern oder zu erkennen dass er damit nicht alleine auf der Welt ist.
gute Gedanken die gerade dieses Thema näher beleuchten" wünsche ich jedem der in der Lage ist über sich selbst nachzudenken ohne davor auf der Flucht zu sein..
 

Martina: Ganz genau so ist es. Wann machen wir uns Gedanken über diese Dinge - dann, wenn es nicht rund läuft in unserem Leben. Dann beginnen wir, es zu hinterfragen, vielleicht sogar infrage zu stellen. - Und schon wissen wir, wozu es gut ist, wenn es nicht rund läuft! :-)
Grazyna: Es ist wohl die Frage aller Fragen, liebe Martina, und vor zwanzig Jahren hat mich das Leben dazu bewegt, mir diese und andere Fragen zu stellen oder besser gesagt, lieferte zuerst die Antworten und die Inspirationen, eher ich überhaupt auf die Idee gekommen wäre, die Fragen zu formulieren. So ergab alles einen Sinn und heute bin ich unendlich dankbar, dass ich damals diesen Unfall hatte, der das Beste war, was mir passieren könnte :)) 
Martina: Schon unglaublich, oder? Bei mir war es ähnlich. Leider gibt es seither eine 'Behinderung'. Aber auch sie wird ihren Sinn haben. - Danach suche ich allerdings noch. :-)

Christine: Diese Fragen habe ich mir auch schon öfters gestellt. Meine Mutter hatte, bevor sie mit mir schwanger wurde, das Kind im vierten Monat verloren. Deshalb habe ich mir schon öfters Gedanken darüber gemacht, dass eigentlich ein anderer Mensch an meiner Stelle wäre, wenn meine Mutter das Kind nicht verloren hätte.
Martina: Das sind sehr zermürbende Gedanken. DU stehst ganz sicher nicht an der Stelle des Kindes, das deine Mutter verloren hat. Es kommt mir so vor, als hättest du das Gefühl, diesem Kind 'seinen Platz' in eurer Familie streitig gemacht zu haben. Das ist ganz sicher nicht der Fall. Dieses Kind konnte nicht geboren werden, weil die 'Umstände' nicht stimmten. Das Kind konnte seine Lebensaufgabe in eurer Familie dann doch nicht finden und hat sich entschieden, wieder zu gehen. DU bist geblieben, weil die Lebensumstände für dich und deine Lernaufgaben stimmten!
Wolfgang: Die Frage ist so ähnlich, wie die nach dem Sinn des Lebens und über die zweite habe ich oft nachgedacht und finde nur die Antwort, dass der Sinn des Lebens das Leben selbst ist und in diesem Kontext machen die Antworten, die Du in Deinem Post aufgeschrieben, oder vielleicht auch gegeben, hast durchaus Sinn. Vielleicht sind wir hier genau zu dieser Zeit und an genau diesem Ort, um Erfahrungen zu machen, die wir zu einer anderen Zeit und an einem anderen Ort so nicht machen können.
Martina: Die Frage nach dem Sinn unseres Daseins ist wohl eine der größten Fragen, die wir uns stellen können. - Die Antwort kann uns immer nur zum Teil befriedigen, da uns halt die Gewissheit fehlt. - Doch sich diese Frage zu stellen und auf die Suche nach dem Sinn zu machen, lohnt ganz sicher und bringt immer wieder - wenn auch kleine - neue Erkenntnisse!
Klärchen: 2001 schrieb ich dazu
Die Frage nach dem Warum
werden wir immer wieder stellen,
unser Leben lang
gerade deshalb
weil wir keine Antwort finden werden.
Wir können nur unsere eigenen Vermutungen und Erklärungen für uns finden, uns damit trösten, beruhigen,unser Leben annehmen, jeden Tag neu.Es hält uns wach und lebendig nicht aufzugeben die Wahrheit und Antwort zu finden.
Was ist die Wahrheit?
Die Wahrheit ist die Antwort auf die Fragen, warum leben wir jetzt und heute?
Martina: Die 'Wahrheit' - ein Schlüsselwort in deinem Kommentar! Jeder hat seine eigene 'Wahrheit' - keiner von uns hat die ganze Wahrheit. Die werden wir hier auf der Erde auch nicht finden! - Es ist, wie du schreibst: Wir vermuten, versuchen zu erklären und so für uns den Sinn zu finden!
Margrit: Ich war eines von tausenden Spermien und war einfach das schnellste lach...:-))
Na ja ich bin einfach da so wie Millionen andere auch und übrigens bin ich sicher schon mal gelebt zu haben in Afrika und nach meinem Tode geht es dann weiter ,so ist der Lauf des Lebens und der Lauf der Natur ,sie generiert sich immer wieder und wieder !
Es tönt vielleicht verrückt aber ich glaube einfach daran !!!
Martina: :-)) - Da hast du recht! - Du hast in Afrika gelebt?! Wie spannend. - In meinen Ohren klingt es nicht verrückt, sondern einleuchtend! - Eigentlich müssen wir nur die Natur beobachten, um zu dieser Erkenntnis zu kommen!